Landeshauptmann Stv. Josef Ackerl

 

PRESSE-AUSSENDUNGEN

Caritas und das Sozialressort von LH-Stv. Ackerl starten Oberösterreichs ersten Pflegeentlastungsdienst

Caritas und das Sozialressort von LH-Stv. Ackerl starten Oberösterreichs ersten Pflegeentlastungsdienst
Mit einem Pilotprojekt, das mit 1. Jänner 2011 im Bezirk Steyr-Land startete, sollen pflegende Angehörige stundenweise entlastet werden. Bei einem Erfolg des Projektes ist eine Ausdehnung auf das gesamte Bundesland möglich.

Da ist der Mann, der seine an Demenz erkrankte Frau pflegt und wieder einmal schwimmen gehen möchte. Für eine Frau, die ihren Mann nach einem Schlaganfall rund um die Uhr pflegt, ist jedes Mal ein großer organisatorischer Aufwand nötig, wenn sie selber zum Arzt gehen muss. Pflegende Angehörige leisten in der Betreuung von Familienmitgliedern unverzichtbare und wertvolle Dienste. Doch immer wieder gibt es Situationen, in denen diese Betreuung in der Familie auf Grenzen stößt. Besonders dann, wenn Angehörige in der Betreuungssituation praktisch rund um die Uhr im Einsatz sind und das Verlassen des Hauses bzw. der Wohnung kaum noch möglich ist. Um jene Menschen ein wenig zu entlasten, starten der Sozialhilfeverband Steyr-Land und das Oö. Sozialressort gemeinsam mit der Caritas für Betreuung und Pflege den Pflegeentlastungsdienst.

"Die Entlastung von pflegenden Angehörigen ist eine der zentralsten Zielsetzungen in Sachen Pflege und Betreuung. Wir wollen diesen Personen wieder eine mehrstündige Auszeit ermöglichen, damit sie sich von ihrem schweren Alltag erholen können. Deshalb übernehmen wir auch einen Großteil der Kosten dieses Projektes", so Landeshauptmann-Stv. Josef Ackerl.

Zusätzliches Angebot zu Mobilen Pflegediensten der Caritas und 24-Stunden-Betreuung
Mit dem nun vorliegenden Angebot soll eine Lücke in der Mobilen Betreuung und Pflege geschlossen werden, die bestand, wenn zum Beispiel pflegende Angehörige das Haus wegen eines Arztbesuches oder für Behördengänge für mehrere Stunden verlassen mussten. Und genau hier setzt der neue Pflegeentlastungsdienst an: Denn bei diesem Modell können die MitarbeiterInnen der Caritas täglich in einem Ausmaß von drei bis zu 12 Stunden ins Haus kommen und während dieser Zeit die pflegenden Angehörigen entlasten.

„Mit diesem oberösterreichweit einzigartigen Angebot möchten wir pflegenden Angehörigen dort unter die Arme greifen, wo sie am meisten Unterstützung benötigen: in der punktuellen Übernahme von Pflege- und Betreuungsleistungen, die über das Ausmaß von zwei Stunden am Tag hinaus gehen. Dadurch haben sie die Möglichkeit, das Haus für verschiedene Erledigungen oder um sich einfach einmal ein paar Stunden eine Auszeit zu gönnen, zu verlassen“, erklärt die diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester Sabine Barth, Leiterin des Pilotprojektes seitens der Caritas

„Schon in der zweiten Jännerwoche haben sich fünf KundInnen bei uns gemeldet, die den Pflegeentlastungsdienst in Anspruch nehmen werden. Das beweist, dass ein Bedarf vorhanden ist“, erklärt die diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester Roswitha Neubauer, Koordinatorin Betreuung und Pflege vom Sozialhilfeverband Steyr-Land.
Mehr als 80 Prozent der hilfs- und pflegebedürftigen Menschen werden in Oberösterreich zu Hause von ihren Angehörigen betreut. Pflegende Angehörige leisten einen äußerst wertvollen Beitrag in der Gesellschaft, sie gelangen aber mit der übernommenen Betreuungsaufgabe oft bis an die Grenzen ihrer Kraft. Da ist es wichtig Angebote zu schaffen, um diese Menschen zu entlasten. Der neue Pflegeentlastungsdienst schließt in der Mobilen Betreuung und Pflege die Lücke zwischen den Mobilen Pflegediensten und der 24-Stunden Betreuung. „Es ist erfreulich, dass das Ressort von LH-Stv. Ackerl trotz Spaßmaßnahmen in derartige zukunftsweisende Pilotprojekte investiert“, sagt Franz Kehrer, Leiter der Mobilen Familien- und Pflegedienste der Caritas in OÖ.

Wer kann den Pflegeentlastungsdienst in Anspruch nehmen?
• Die Betreuung und Pflege der Angehörigen muss im Familienverband geschehen.
• Die betreute Person bezieht Pflegegeld der Stufen 4 bis 7 oder bei Demenzerkrankung Pflegestufe 1 bis 7.
• Der bzw. die pflegende Angehörige ist selbst erkrankt oder es steht ein Krankenhausaufenthalt bzw. eine sonstige unvermeidliche Abwesenheit bevor und auch zur Vermeidung von Überforderungssituationen.
• Der Einsatz wird von den KoordinatorInnen für Betreuung und Pflege des Sozialhilfeverbandes beauftragt.

In der Praxis sieht das so aus, dass sich pflegende Angehörige beim Sozialhilfeverband melden. Die Koordinatorin für Betreuung und Pflege beauftragt dann die MitarbeiterInnen von der Caritas. Die Einsätze werden durch die HeimhelferInnen oder FachsozialbetreuerInnen-Altenarbeit der Caritas für Betreuung und Pflege durchgeführt. Die Kosten für den Pflegentlastungsdienst sind nach Einkommen und Pflegegeldstufe gestaffelt und werden im Vorfeld genau bekannt gegeben. Der Mindesttarif beträgt 5 Euro pro Stunde, zuzüglich eines Zuschlages nach Pflegegeldstufe.

Information:
Koordinatorin Betreuung und Pflege, Sozialhilfeverband Steyr Land, Roswitha Neubauer Tel.: 0664 / 8851 3884
Caritas Projektleitung, Mobile Familien- und Pflegedienste, Sabine Barth, Tel.: 0676 / 8776 2559